Pferd und Hitze

 

Wir sind mitten im Sommer angekommen und es ist kein Ende der Hitzewelle in Sicht. Nicht nur bei alten und kranken Pferden kann es bei solchen Temperaturen zu gesundheitlichen Problemen kommen. Um Hitzestress vorzubeugen ist es wichtig, einige Dinge zu berücksichtigen.
•Das Temperaturoptimum von Pferden liegt ungefähr zwischen 5°C und 25°C (abhängig von einigen Umweltfaktoren – Morgan, 1998). Unbedingt müssen auf der Koppel oder im Offenstall ausreichend Schattenplätze für die gesamte Herde vorhanden sein (Rangordnung beachten!).Bei Pferden in Boxenhaltung sollte der Koppelgang bestenfalls frühmorgens und abends oder über Nacht stattfinden und die heißeste Zeit des Tages im kühleren Stall verbracht werden.
•Es muss unbedingt rund um die Uhr frisches Wasser zur Verfügung stehen, auch das sollte im Schatten platziert sein. Einerseits bleibt so das Wasser länger frisch und andererseits verlassen die Pferde nur ungern ihre Schattenplätze.Die täglich benötigte Wassermenge eines Pferdes variiert stark aufgrund von Faktoren wie zum Beispiel Gewicht, Training, Außentemperatur, Kübel oder Selbsttränke, Wasserqualität etc. (Nyman, 2001). Leider kommt es immer wieder zu Fällen von Hitzeschock bei Pferden, die bei hohen Temperaturen, ohne Verfügbarkeit von Schatten oder Wasser, den Tag auf der Weide verbrachten. Übrigens ist der ungehinderte Zugang zu Wasser im Tierschutzgesetz und der 1. Tierhaltungsverordnung geregelt.
•Logischerweise wird auch das Training am besten morgens oder abends eingeplant und die Intensität angepasst oder auch mal ein Ruhetag eingelegt.Wird nach der Anstrengung mit Wasser gekühlt, sollte man sich dafür genügend Zeit nehmen. Am effektivsten wird gekühlt, wenn der Körper über einen längeren Zeitraum mit Wasser bedeckt ist, dessen Temperatur tiefer ist als die Körpertemperatur (Takahashi et al., 2020). Ein Schweißmesser zu benutzen, ist eher nachteilig (Takahashi et al., 2020). Erfahrungsgemäß ist es schonender, an den Beinen mit der Kühlung zu beginnen und sich langsam hochzuarbeiten.
•Oft haben ältere Pferde oder Pferde mit PPID (Cushing) Probleme im Fellwechsel und daher noch sehr dichtes Fell. Hier kann eine Schur dem Hitzestress vorbeugen.
•Trotz allen Vorkehrungen kann es aufgrund von Vorerkrankungen oder bei Extremwetter zu Überhitzung kommen. Folgende Anzeichen können Symptome eines Hitzeschocks sein:-Apathie-Taumeln-verstärkte Atmung („Pumpen“)-stark erhöhte Körpertemperatur (>40°C)-KoliksymptomeZeigt ein Pferd diese Symptome, muss umgehend tierärztliche Hilfe angefordert werden! Kommt gut durch den Sommer!

Literatur: Karin Morgan, Thermoneutral zone and critical temperatures of horses, Journal of Thermal Biology, Volume 23, Issue 1, 1998, Pages 59-61, ISSN 0306-4565Sara Nyman, Water intake and fluid regulation in the horse, Acta Universitatis Agriculturae Sueciae. Veterinaria 2001, number: 98 ISBN: 91-576-5917-6 Publisher: Swedish University of Agricultural SciencesTierschutzgesetz, §171. Tierhaltungsverordnung, Anlage 1, 2.6Yuji Takahashi, Hajime Ohmura, Kazutaka Mukai, Tomoki Shiose, Toshiyuki Takahashi, A Comparison of Five Cooling Methods in Hot and Humid Environments in Thoroughbred Horses, Journal of Equine Veterinary Science, Volume 91, 2020, 03130, ISSN 0737-0806